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Kurzbiographie
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![]() Felix Mendelssohn Bartholdy als 12-Jähriger |
Felix Mendelssohn wird am 3. Februar 1809 in Hamburg als Sohn von Lea und Abraham Mendelssohn geboren, sein Großvater ist der große Philosoph der Aufklärung Moses Mendelssohn, Vorbild für Lessings Nathan der Weise. Früh erhält er zusammen mit seiner vier Jahre älteren Schwester Fanny, zu der er lebenslang ein besonders enges Verhältnis hat, Klavierunterricht von der Mutter Lea. 1819 werden die beiden Schüler von Carl Friedrich Zelter, dem Leiter der Berliner Singakademie, dessen Unterricht für seine Zeit völlig unüblich ganz auf den barocken Werken Bachs und Händels basiert. Bereits 1821 darf der 12-jährige Mendelssohn Zelters engem Freund Johann Wolfgang von Goethe vorspielen. Der Schwester Fanny, die sich nichts sehnlicher als dieses Vorspiel wünscht, bleibt es als Mädchen verwehrt ab hier verschiebt sich die musikalische und berufliche Perspektive der beiden grundlegend. | |
| Goethe, selbst ein Bewunderer der Musik Johann Sebastian Bachs, die zu dieser Zeit noch als "Geheimtip" gilt, ist von Mendelssohns Begabung geradezu hingerissen, und es entwickelt sich trotz des enormen Altersunterschiedes eine ernst zu nehmende, intensive Freundschaft zwischen dem Dichterfürsten und dem Wunderkind. Später wird Mendelssohn zahlreiche Texte Goethes vertonen, Ausdruck des geistigen Austauschs ist aber auch Mendelssohns Einsatz für die Musikausbildung und sein gesellschaftlicher, humanistischer Anspruch an die Musik, die den Menschen Bildung, Erbauung und geistige Anregung geben soll. Ist durch Goethes Unterstützung Zelter der erste deutsche Musikprofessor überhaupt geworden (an der Berliner Universität), gründet Mendelssohn 1843 in Leipzig das erste deutsche Konservatorium zur professionellen Musikausbildung. | ![]() Johann Wolfgang von Goethe |
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![]() Fanny Mendelssohn als 12-Jährige |
Mendelssohns erste Großtat ist die Wiederaufführung der Matthäus-Passion
von Johann Sebastian Bach am 11. März 1829 in der Berliner Singakademie nach
hundertjähriger, praktisch völliger Vergessenheit dieser wohl bedeutendsten Komposition
des Barock. Neben seinem Wirken als Dirigent hat er zu dieser Zeit bereits ein
umfangreiches Oeuvre komponiert. 1833 erfolgt seine Berufung als Städtischer
Musikdirektor nach Düsseldorf, 1835 geht er als Leiter der Gewandhauskonzerte nach
Leipzig. Hier entwickelt er das Gewandhausorchester zum Prototypen eines modernen
Sinfonieorchesters: Er hebt durch seine gründliche Probenarbeit
das Niveau, er prägt wie neben ihm nur Franz Liszt in Weimar das bis heute gültige
"Grundrepertoire" und bringt zahlreiche bis dahin völlig unbekannte
Meisterwerke zur Uraufführung (u.a. Schuberts große C-Dur-Symphonie oder Schumanns 2.
Symphonie), setzt Beethoven und Mozart auf das Programm, begründet mit seinen
"historischen Konzerten" den bewussten Umgang mit den Schätzen der
Vergangenheit, gibt aber auch seinen Zeitgenossen Raum, ihre Werke zu präsentieren,
selbst wenn er von deren Qualität nicht überzeugt ist (z.B. Hector Berlioz).
Schließlich führt er für seine Musiker sogar ein Sozialversicherungssystem ein und
spielt Konzerte, um von deren Erlös in Leipzig ein Bach-Denkmal erbauen zu lassen. |
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| Während eines Aufenthaltes als Gastdirigent lernt Mendelssohn 1836 in Frankfurt die Kaufmannstochter Cécile Jeanrenaud kennen, die er 1837 in Frankfurt am Main heiratet. Damit ist die enge Bindung zu Frankfurt und zum Taunus besiegelt: Mendelssohn kommt zwischen seinen Amtspflichten in Berlin und Leipzig und seinen ausgedehnten Konzertreisen als Starpianist und -dirigent immer wieder hierher, um zu kuren und in Ruhe zu komponieren. So entstehen hier bedeutende Werke: u.a. das Violinkonzert e-moll, die sechs Orgel- Sonaten und Teile des Oratoriums ELIAS. Völlig unerwartet stirbt seine Schwester Fanny am 14. Mai 1847 an den Folgen eines Hirnschlags. Bei der Nachricht soll Mendelssohn mit einem Schrei zusammengebrochen sein. Am 4. November des gleichen Jahres stirbt auch Felix Mendelssohn auf der Höhe seines internationalen Ruhmes an der selben Krankheit mit nur 38 Jahren. | ![]() Cécile Jeanrenaud |
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